SCHMERZTHERAPIEZENTRUM
Schmerzklinik
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Schmerzpraxis

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Erfahrung seit 1983
Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

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HÜFTSCHMERZEN (auch nach oder trotz Endoprothese)

Der Begriff "Hüftschmerzen" ist eine gängige Abkürzung für Hüftgelen kschmerzen.

Hüftschmerzen können vielerlei Ursachen haben. Die häufigste Ursache für Hüftschmerzen ist eine Arthrose, eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Bei der sog. Coxart
hrosis deformans (Ar thropathia deformans) bestehen schmerz hafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Betroffen sind vor allem das f
t- und Kniegelenk.

Die Ausbildung einer Arthrose und der damit verbundenen Hüftschmerzen kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. bei Vorschädigungen infolge eines Unfalls, durch eine eigenständige Gelenksentzündungen (Coxarthritis), oder auch durch eine permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Beine (X- oder O-Beine). Zur Prävention (= Vorbeugung) einer Arthrose sollten deshalb präarthrotische (= einer Arthrose vorausgehende, eine Ar throse begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

Eher selten können auch Tumore zu Hüftschmerzen führen, meist gehen diese von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. An gutartigen Tumoren kommen vor:

Bösartig ist das maligne Synovialom.

Zu Hüftschmerzen kommt es auch bei einer Gelenkentzündung (
Coxarthritis) infolge einer Systemerkrankung. I.d.R. sind dann aber mehrere Gelenke betroffen. Als Ursache dominieren rheumatische bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche) Prozesse.
Im Jugendalter können Gelen
k- bzw. Hüftschmerzen im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Arthritis (S till Syndrom) auftreten, eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis (= En tzündung in mehreren Gelenke en). Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie Lymphknotenschwellungen.
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) kann es ebenfalls zu Gelenk
- bzw. Hüftschmerzen kommen, sog. parainfektiöse reaktive Arthritiden.

Behandlung der Hüftschmerzen:
Grundsätzlich gilt, daß durch eine geeignete Diagnostik (= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) versucht werden muß, eine für die geklagten Hüftschmerzen ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken. Gelingt dies, so muß diese zunächst kausal (= entsprechend der Krankheitsursache) behandelt werden.
Dazu ein Beispiel: Sind die Hüftschmerzen Folge eines bereits weitgehend zerstörten Gelenkes, so kommt eigentlich nur die operative Einpflanzung einer sog. Endoprothese in Frage. Allerdings mehren sich bei uns in jüngster Zeit die Fälle, bei denen trotz dieser Operation weiterhin Hüftschmerzen verbleiben, bzw. andere neu entstehen. In diesen Fällen sind die nachstehend genannten Therapiemaßnahmen (insbes. die kontinuierliche Nervenblockade mit Katheter) sehr hilfreich.
Bei rheumatisch bedingten Hüftschmerzen überläßt der Schmerzt
herapeut die medikamentös/ systemische Grundbehandlung dem erfahrenen Rheumatologen.
Verbleiben nach einer krankheitsspezifischen Behandlung dennoch Hüftschmerzen, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei anhaltende Hüftschmerzen praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordern:

Medikamentöse Behandlung:
Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) (= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelbhängigkeit vermieden werden. Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei Schmerzen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder auch Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Bei einer entzündlichen Schmerzursache sind wiederholte, lokale Cortison-Injektionen hilfreich.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Bei chronische
n Hüftschmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit lang wirkenden Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. Das Gelen k kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe sind bei Hüftschmerzen häufig auch Katheterverfahren sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher Betäubung dicht an schmerzleitende Nervenstrukturen gelegt wird, mehrfach täglich ein örtliches Betäubungsmittel eingespritzt.
Die das Hüftgelenk versorgende Nerven stammen aus dem sog. Ple
xus l umbalis (= Nervengeflecht der Le nde). Dieser Plexus kann über den Nervus femora lis (= vorderer Oberschenkel nerv), der selbst dem Ple xus l umbalis entstammt, betäubt werden. Der dünne Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb etwas unterhalb der Leiste an den vorderen Oberschenkelnerv gelegt, und zwar genau in dessen Ner venscheide (= Gewebsumhüllung der Nervs). Während nun das verdünnte, örtliche Betäubun gsmittel mehrmals täglich in den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschen kel mit einer Manschette unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut. Auf diese Weise wird das eingespritzte örtliche Betäubun gsmittel innerhalb der Ner venscheide nach oben „getrieben“ und betäubt dann zusätzlich den Ple xus l umbalis und damit auch das Hü ftgelenk.
Wenn die Hüftschmerzen beiderseits bestehen, wird man eher die epidurale
(= rückenmarknahe) Betäubung mit Katheter durchführen.

Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubun gsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) erst möglich werden.
Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile
(= Ner ven des unwillkürlichen Nervensystems) kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich / degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist bei Hüftschmerzen aufgrund einer Entz ündung oder auch Arthrose diese Behandlung nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf die Schmerzen gerichtet), sondern fast schon kurativ (= heilend).

Aktuell schreibt die Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Ar throse in der Hüf te ? Schmerzen in der Hüf te können in vielen Fällen auf eine Durchblutungsstörung hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Ar throse des Hüf tgelenks."

Physikalische Therapie bei Hüftschmerzen:
Auch eine Elektrostimulation kann bei chronische n Hüftschmerzen eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelenk aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit Hüftschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Hüftschmerzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei chronische
n Hüftschmerzen nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber bei chronische
n Gelen kschmerzen die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Therapiemaßnahmen bei Hüftschmerzen:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Behandlung anhaltender chronische r Hüftschmerzen nicht unerwähnt bleiben. Auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für die Hochtontherapie.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der psychologischen Schmerzbehandlung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei chronische n Hüftschmerzen ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Nach einem künstlichen Gelenkersatz bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).

Chronische Schmerzen in anderen Gelen ken:
Kniegelenkschmerzen
Schultergelenkschmerz
Handgelenkschmerzen
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Aktualisiert: >30.08.2009</> kusb&
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